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Verfasser: Martin Dittrich, Habichtweg 48 a,
48683 Ahaus, Tel: 02561/68080
Vom 21.08.2006 bis zum 26.8.2006 war ich mit
meinem Arbeitskollegen Dirk aus Bocholt unterwegs in Ostfriesland. Im Sommer
diesen Jahres haben wir uns entschlossen, gemeinsam eine etwas längere
Fahrradtour zu unternehmen. Nachdem wir verschiedene Ziele diskutiert hatten,
kamen wir zu der Überzeugung, dass Ostfriesland ein ideales Zielgebiet für eine
solche Tour sei. Auf jeden Fall flach sollte es sein. Nachdem ich mich im ADFC
ein wenig umgehört hatte, gab mir Hans - Hermann Stöteler einiges an
Infomaterialien an die Hand, die ich bei der Tourenplanung verwenden konnte.
Leider erwies sich sein Ratschlag, aus Gründen der Windrichtung im August von
Osten nach Westen zu radeln als Fehler. Offensichtlich hat sein Draht zum
Wettergott versagt. Eigentlich hatten wir immer Gegenwind, egal in welche
Richtung wir gefahren sind. Aber ich glaube, dass ist dort immer so.
Doch bevor es losgehen konnte, musste erst mal
wasserdichte Ausrüstung her. Also wurden unsere Räder mit Ortlieb-Packtaschen
bestückt. Damit konnten wir sicher sein, dass unser Gepäck auf jeden Fall
wasserdicht sein Ziel erreicht. Zum Glück konnte ich ein gutes Angebot des
Outdoor-Ausrüsters Globetrotter aus Hamburg nutzen. Daher bekam mein Fahrrad
Packtaschen vorne und hinten. In nachhinein hatte ich wie immer zu viel Gepäck
dabei, es hätte auch etwas weniger sein dürfen.
Montag, 21.08.2006
Ahaus - Wilhelmshaven (Zuganreise)
Am 21.8.2006 fuhren wir mit der Bahn von Ahaus
nach Wilhelmshaven. Für mich war es das erste Mal, dass ich mit einem schwer
beladenen Fahrrad in einen Zug einstieg. Man hat schon einiges zu wuchten, damit
man das Fahrrad mit Gepäcktaschen in den Zug bekommt. Auf jeden Fall haben immer
erst mal nach dem Fahrradsymbol auf dem Zug geschaut, damit wir überhaupt
wussten, in welchen Waggon wir einsteigen konnten. Dann begann das Festmachen
des Fahrrades an den dafür vorgesehenen Stellen. Auf jeden Fall erwies sich die
Mitnahme eines Gummispanngurtes als sehr hilfreich. Noch eben abschließen und
das Rad konnte nicht mehr vor oder zurück rollen. In Coesfeld angekommen begann
erneut das Fahrradwuchten, Treppe runter und am nächsten Gleis Treppe wieder
rauf. Glück hatten wir in Münster, wo uns eine sehr freundlicher Bahnmitarbeiter
die Benutzung des Fahrstuhles ermöglichte.
Als wir dann in Wilhelmshaven ankamen, empfing
uns der Wettergott mit einem Schüttregen, den wir erst einmal in einer Passage
abwarteten. Nach einer leckeren Tasse Kaffee in der Einkaufspassage fuhren wir
dann zu unserem Quartier, dem Gästehaus des CVJM (Christlicher Verein Junger
Menschen). Dort wurden wir freundlich empfangen und haben dann unser Zimmer
bezogen.
Danach unternahmen wir eine kurze Fahrt in die
Innenstadt. Anschließend radelten wir weiter zur maritimen Meile, dem Südstrand.
Vorbei an tollen Yachten und Segelbooten, erreichten wir dann den Südstrand, wo
wir den schönen Blick aufs Meer genießen konnten. Marinemuseum und auch das
Aquarium hatten schon geschlossen, so dass wir zum Abendessen ins Seglerheim am
Nassauhafen fuhren. Dort genossen wir bei einem herrlichen Blick auf die
Segelboote den leckeren Fisch auf unseren Tellern. Das Lokal ist ein echter
Tipp. Wer mit mehreren Personen dort essen möchte, sollte vorher reservieren.
Nach dem Abendessen ging es dann zu unserem
CVJM-Gästehaus zurück. Leider kamen wir nicht so richtig in den Schlaf, denn ein
paar Zeitgenossen meinten, bis nach Mitternacht vor dem Haupteingang herum zu
palavern.
Dienstag, 22.8.2006
Wilhelmshaven - Neuharlingersiel
Nach einen ordentlichen
Frühstück radelten wir bei Regen zum Ölhafen. Wir wollten nämlich immer an
der
Küste entlang fahren. Tagesziel sollte Esens oder Neuharlingersiel sein. Leider
blies uns den ganzen Tag ein knüppelharter Gegenwind ins Gesicht, so dass wir
große Mühe hatten, vorwärts zu kommen. Der Gegenwind brachte unsere Zeitplanung
durcheinander. Eigentlich hatten wir mit einem flotteren Vorwärtskommen
gerechnet. Erste Station an diesem Tag war die Schleuse Hooksiel, wo wir erst
mal eine Pause einlegten. Anschließend ging es nach Horumersiel, wo ein
Sturzregen uns zu einer Kaffeepause zwang. Weiter über Schillig, Minsen,
Harlesiel, ging es dann zu Touristeninfo nach Carolinensiel, von wo aus wir ein
Zimmer in Neuharlingersiel buchen wollten. Leider war dies dort nicht
möglich,
da die jeweilige Touristinfo einer jeden Gemeinde nur ihre eigenen Zimmer
vermittelt. Dort erfuhren wir dann, dass die Touristinfo in Neuharlingersiel bis
18 Uhr geöffnet hat, also noch ausreichend Zeit dort sich um ein Zimmer zu
kümmern. Völlig abgekämpft, nach 71 Kilometern und 5 Stunden und 24 Minuten im
Sattel, erreichten wir die Touristinfo in Neuharlingersiel, die uns dann noch
ein Zimmer direkt im Ort anbieten konnte.
Mittwoch, 23.8.2006
Neuharlingersiel - Greetsiel
Nach der gestrigen Strapaze
entschieden wir uns, es erst mal langsamer angehen zu lassen. Nachdem wir in
einer schönen Teestube mit wunderbarem Blick auf das Meer einen Stapel
Postkarten geschrieben
hatten, nahmen wir den Bus mit Fahrradanhänger nach
Norden.
Tipp für Nachfahrer: Einige Buslinien haben in den Sommermonaten einen
Fahrradanhänger dabei. Somit kann man, falls die Strecke - aus welchen Gründen
auch immer- zu lang wird, Teilstrecken mit dem Bus fahren oder an einem anderen
Ausgangspunkt seine Tagestour starten und dann wieder an den Ausgangspunkt
zurückradeln.
Von Norden radelten wir nach Greetsiel, wo wir von unterwegs aus in einem Hotel
ein Zimmer reserviert hatten. Für den Abend hatten wir uns in Greetsiel mit
einer Arbeitskollegin und ihrem Mann zum Essen verabredet. Doch vorher fuhren
wir erst noch mal Richtung Pilsum zum Wahrzeichen Ostfrieslands, dem
Otto-Leuchtturm mit seinen rot - gelben Streifen. Alles in allem fuhren wir an
diesem einigermaßen sonnigen Tag insgesamt noch 32 km.
Donnerstag, 24.8.2006
Greetsiel - Emden
Wir starteten wieder auf der
Deichstrecke nach Emden. Vorbei an dem Otto-Leuchtturm radelten wir immer mit
Blick zum Meer bis zum Campener Leuchtturm. Dann ging es landeinwärts über
Campen, Twixlum und Larrelt zum VW-Werk nach Emden, wo wir am Mittag eine
Werksbesichtigung unternahmen. Donnerstags (und Dienstags) kann man ohne
Voranmeldung an Führungen teilnehmen. Auf jeden Fall eine interessante Sache,
sich den Bau des neuen VW-Passat anzuschauen.
Anschließend fuhren wir zur
Kesselschleuse nach Emden. Dies ist ein einmaliges Bauwerk, wo in einem
Schleusenkessel Boote in vier verschiedene Richtungen geschleust werden können.
Direkt in der Nähe der Kesselschleuse befindet sich die Jugendherberge Emden, wo
wir uns für die Nacht einquartierten. Eine sehr zu empfehlende Jugendherberge
mit leckerem Frühstück.
Gefahrene KM: 44 insgesamt
einschließlich der Hin - und Herfahrten bei der Quartiersuche
Freitag, 25.8.2006
Emden - Papenburg
Im dichten Nebel starteten wir zunächst zur Fähre
in Petkum, um auf der anderen Emsseite Richtung Papenburg zu radeln. Als wir den
Fähranleger erreichten, mussten wir leider fast 45 warten, da die Fähre nur
stündlich fährt und uns die Fährzeiten nicht bekannt waren. Mittlerweile hatte
sich der Nebel gelichtet und wir fuhren von Ditzum nach Jemgum. In Bingum fuhren
wir nicht auf die andere Emsseite nach Leer, sondern wir radelten auf der
Dollard-Route weiter an Weener vorbei nach Papenburg. Wir
mussten uns etwas
beeilen, da wir noch kurz entschlossen bei der Touristeninfo Karten für die Besichtigung der Meyer-Werft reserviert hatten. Inzwischen hatten wir auch die
Übernachtung in der Jugendherberge Papenburg organisiert. Bei der Besichtigung
der Meyer-Werft konnten wir uns über den Bau der Kreuzfahrtschiffe und der
Bedeutung der Werft für die heimische Wirtschaft informieren. Ein spannender
Nachmittag !
Gefahrene KM insgesamt: 54
Samstag, 26.8.2006
Papenburg - Ahaus
Nach dem reichhaltigen Frühstück in der
Jugendherberge fuhren wir wieder mit dem Zug über Münster, Coesfeld nach Ahaus.
Anschriften:
Internationales
Jugendgästehaus
CVJM Wilhelmshaven
Marktstr. 211-215
26382
Wilhelmshaven
Tel: 04421/15132, Fax:
04421/151555, Homepage:
www.cvjm-whv.de
Übernachtung mit Frühstück
für Gäste über 21 Jahre: 20,80 Euro
Seglerheim am Nassauhafen,
Schleusenstr. 23, 26382 Wilhelmshaven, 04421/4 31 43
Weser-Ems-Bus, 01805/1 94 49,
www.weser-ems-bus.de
Jugendherberge Emden,
Kesselschleuse 5, 26725 Emden, Tel: 04921/23797, Fax 04921/32161, Übernachtung
im Zweibettzimmer: 23,30 pro Pers.
Jugendherberge Papenburg,
Kirchstr. 38-40, 26781 Papenburg, Tel: 04961/2793, Fax: 04961/916554
Übernachtung im Zweibettzimmer: 21 Euro pro Pers.
Meyer Werft: Buchung über
Papenburg Tourismus GmbH 04961/8 39 60
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