|
Sonntag
Endlich
war es soweit. Nach monatelanger Planung, Vorfreude und vielen Trainingskilometern
hieß es am 27.05.07 Start frei, wir fahren nach Berlin. Die ursprüngliche
Teilnehmerzahl von sechs Mitfahrern hatte sich leider halbiert so das es nur
noch drei "harte Jungs" waren die sich Pfingstsonntag um 9_00
Uhr auf den Weg nach Berlin machten. Besonders erwähnt werden sollte hier
Bernhard Siebenborn, der mit seinen fast achtundsiebzig Lebensjahren als
äußerst positives und gutes Beispiel für Fitness im Alter herhalten kann.
Haupttourenleiter Herbert Moritz
verabschiedete das Trio
(von links :
Herbert Moritz,
Bernhard
Siebenborn,
Franz Santel, Henry Paul )
und wünschte gute Fahrt.
Das erste Etappenziel hieß Beelen, ca. 20
km hinter
Warendorf, wo bereits für die erste Nacht Zimmer gebucht waren. Wie es nun mal so
ist, vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt, und so ereilte
Bernhard schon kurz hinter Havixbeck ein Platter am Hinterrad. Das
Malheur war aber schnell behoben und es ging weiter nach Münster. Hier
konnten wir Drei gerade noch unter die Schirme eines Italienischen
Eiskaffees flüchten ohne nass zu werden, denn ein heftiger Regenschauer
ergoss sich vom Himmel. Nach ca. 45 min. ging es dann weiter und wir
erreichten ohne weitere Zwischenfälle gegen 1800_ Uhr
die Pension zum Brachvogel in Beelen. Die Tachos zeigten 110 Km an, wenn
es weiter so lief konnten wir zufrieden sein.
Montag Am nächsten Morgen ging unser
Blick zuerst gen Himmel wo sich erste dunkle Wolken zeigten. Zunächst galt
es aber sich am reichhaltigen und hervorragenden Frühstücksbüfett zu
stärken. Unsere Pensionswirtin Frau Bäumer, die übrigens aus Ahaus-Wüllen
stammt, hatte den Tisch mit allem was das
Radfahrerherz begehrt reichlich gedeckt. Wir können diesen Bett & Bike
Betrieb nur jedem, der in dieser Gegend nach einer Übernachtungsmöglichkeit
sucht, wärmstens empfehlen.
Mit gut
gefüllten Mägen und Wasserflaschen saßen wir pünktlich um
9_00 Uhr wieder im Sattel und strebten unser nächstes
Etappenziel an. Leider fing es nach ungefähr 30 Minuten Fahrt zu regnen an
so das wir anhalten mussten um unsere Regenklamotten überzuziehen.
Eigentlich lief es ganz gut, und wir kamen gut voran, wenn nur der Regen nicht gewesen wäre. So rollten wir
mit immerhin 19 km/h im Schnitt vorbei an Gütersloh und Rheda Wiedenbrück
bis nach Werl wo wir eine längere Pause einlegten. In einem gemütlichem
Lokal verschnauften wir erst einmal. Bernhard stärkte sich mit einem
Riesenteller Gemüsesuppe während Franz und Ich ( Henry ) es bei Espresso
und Kaffee beließen.
 |
Nach einem Blick auf die Karte ging es
dann
weiter durch den strömenden Regen Richtung Stukenbrock. Kurz hinter diesem Örtchen
wechselte die Fahrbahnbeschaffenheit und wir radelten im Slalom, ständig
bemüht den wassergefüllten tiefen Schlaglöchern auszuweichen, über Stock und Stein auf
sehr schwierig zu befahrenden engen Waldwegen. Der R 1, der unsere Fahrtroute bestimmte, führte uns hier durch
tiefes, aufgeweichtes Waldgebiet. Glücklicherweise hatte der Regen
vorübergehend aufgehört,
und so kämpften wir uns, wieder etwas lockerer bekleidet, Kilometer für
Kilometer voran. Nun waren wir im Teutoburger Wald und es hieß so manche
Steigung zu erklimmen. Am heftigsten in die Pedale treten mussten wir ab
Heiligenkirchen um schließlich die Externsteine zu erreichen.
|
 |
Aber wo
es rauf geht, geht es auch wieder runter, und so rollten wir mit teilweise
über 60 km/h nach Horn-Bad Meinberg. Inzwischen hatte es wieder angefangen
zu regnen und wir waren wieder in unsere
Regenkleidung
geschlüpft. Bei einer kleinen Trinkpause hatten wir unser Quartier für die kommende Nacht
per Handy klar gemacht, so das wir ohne Zeitdruck weiterfahren konnten.
Marienmünster war heute unser Ziel das wir gegen 19_30
Uhr erreichten. Nach
einem schnellen Bier nahmen wir erst einmal eine reinigende
und erfrischende Dusche. Schöner wäre es wenn das Wasser warm gewesen wäre
aber was nicht umbringt härtet ab sagten wir uns. Nach dem leckeren
Abendessen, es gab frischen Matjes in verschiedenen Varianten, begaben wir
uns auch schnell in unsere Betten, denn am nächsten Tag galt es wieder
eine anstrengende Etappe zu bewältigen.
Dienstag
Um
7_30
Uhr am nächsten Morgen war dann Frühstück angesagt, es war eines der
bekannten Hotelfrühstücke mit 2 Tassen Kaffee, abgezählten Brötchen und
Wurstscheiben. Na jedenfalls machte es satt. Ein Blick aus dem Fenster
zeigte uns das es wohl ein harter Tag werden würde, denn es goss in
Strömen. Aber das konnte uns nicht schrecken, denn bekanntlicherweise gibt
es ja kein schlechtes Wetter sondern nur falsche Kleidung. Und so hieß es
dann für uns, mal wieder rein in die Regenmontur. Ein wenig problematisch
war der Regen für uns Brillenträger allerdings. So war es nicht einfach
immer "klare Sicht" zu behalten denn die
Brillengläser beschlugen im Handumdrehen ( das Putzen hatten wir
aufgegeben ) und waren Rucki Zucki mit Regentropfen übersäht so das wir
über den oberen Brillenrand peilen mussten. Kaum in Schwung gekommen kamen
wir auch schon etwas ins Schleudern. Der Regen hatte Lehm von den Feldern
auf den Radweg gespült und ihn mit einer zentimeterdicken Schlammschicht
überzogen und wir konnten nur mit größter Mühe die Balance halten und
einen Sturz vermeiden.
Als Ausgleich für diese gefährliche
Situation konnten wir dann aber vom 310 m hohen Kapenberg kommend eine
etwa 10 km lange rasante Abfahrt bis nach Höxter genießen. In Höxter
angekommen vereinte sich der R 1 mit dem Weserradweg auf dem wir bis
Holzminden blieben. In Holzminden ging es dann über die Weserbrücke. Über Bevern, Stadtollendorf, Dassel und Markoldendorf
fuhren wir dann bis nach Einbeck.
Hier suchten wir zunächst eine Fahrradwerkstatt auf um in Bernhards
Hinterrad einen neuen Schlauch einziehen zu lassen, denn leider hielt dort die
Luft nicht so richtig und Bernhard hatte vergessen einen
passenden Reserveschlauch einzupacken. Während sich der Mechaniker um die Technik kümmerte
sorgten wir uns um unser leibliches Wohl. Es war ca. 17_30
Uhr und es regnete immer noch wie aus Kübeln.
Unser
"Quartiermeister" Franz bemühte sich einstweilen um eine Unterkunft für
die kommende Nacht, was nach einigen Schwierigkeiten ( Anscheinend hatten
sich in unserem Zielgebiet die Telefonnummern geändert ) auch gelang. So
holten wir unsere Räder aus der Werkstatt und gingen die letzten Kilometer
bis nach Bad-Gandersheim an. Hier wurden wir im
Gästehaus Irmgard
Bartsch schon freundlichst erwartet. Ein Blick auf unsere Tachos sagte
uns das wir trotz Dauerregen und anderen widrigen Umständen 135 Km
geschafft hatten. Wir waren ziemlich Groggy denn immerhin war es auch
schon 2030
Uhr. Nachdem wir unsere teilweise durchnässten Sachen im
Keller zum trocknen aufgehängt hatten genehmigten wir uns noch ein
Bierchen und leerten die Keksdose die uns Frau Bartsch spendiert hatte.
Danach begaben wir uns dann sofort in die waagerechte auf Matratzenhorchdienst.
 |
Mittwoch
Am nächsten Morgen strahlte dann endlich die Sonne vom Himmel und wir
konnten frohgelaunt die erste Harzetappe angehen. Auf diesem
Streckenabschnitt sollte man besonders auf die radelnde Brockenhexe (
Harz Rundweg ) achten die hier als gemeinsamer Wegweiser mit dem
Europaradweg R 1 dient. Ohne besondere Vorkommnisse aber mit vielen,
teils heftigen Anstiegen, tiefen Schlaglöchern und einigen unwegsamen
Waldpassagen erreichten wir dann gegen Mittag Goslar. Hier gönnten wir
uns eine kleine Rundfahrt durch die Altstadt sowie eine etwas längere
Kaffeepause direkt am Marktplatz. |
 |
 |
Nun
ging es immer weiter nach oben. Nach der Durchquerung des Okertals
kletterten wir bis auf über 500 m ü/NN auf den Adenberg. Immerhin
waren wir im Oberharz und der Brocken ist über 1100 m hoch, da konnten
wir ja noch zufrieden sein das unsere Route nur am Rande verlief. Auf
alle Fälle hatte man aber auch von unserer Position wunderschöne Aussichten die
kilometerweit ins Tal reichten. So manche Bank an naturbelassenen
Flecken lud uns zum Verweilen ein. Da wir aber nicht viel
Zeit hatten blieben leider immer nur ein paar Momente um die Natur und die
vielen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand genießen zu können. |
 |
Wir
ließen Bad-Harzburg links liegen und strebten in flotter Fahrt unserem
heutigen Etappenziel Werningerode zu. Hier hatten wir von unterwegs in der
dortigen Jugendherberge das heutige Nachtquartier klar gemacht. Um 18_00
Uhr nahmen wir dann schließlich die letzte steile Rampe vorm Tagesziel und
konnten unser Zimmer beziehen. Heute war Grillen in der Jugendherberge
angesagt und so bekamen wir für 4,30 Euro Würstchen, Bouletten,
Grillfleisch, Leberkäse und jede Menge unterschiedliche Salate soviel wir
wollten. Das wurde natürlich gnadenlos ausgenutzt denn es schmeckte
hervorragend. Franz fuhr nach dem Abendessen noch einmal in die wunderschön
restaurierte Stadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern, Bernard begab sich sofort zur Ruhe während ich mich an
die kleine Theke setzte um bei einem Radler (wie passend) mit den anderen Gästen
ein wenig zu
quatschen. Um 11 lagen wir aber alle in den Betten denn am nächsten Tag
galt es erneut einige Berge zu bezwingen.
 |
Donnerstag
Bevor wir starten konnten mussten wir erneut in die Werkstatt denn
mein Sattel hatte die Strapazen nicht ausgehalten und die Polsterung
hing zerfleddert vom Gestell. Neuer Sattel montiert, die Schaltung
justiert und es ging weiter über Stock und Stein. Besonders in
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ist der Name Europaradweg R 1 wohl
eher irreführend denn als Radweg kann man diese Route dort nur an sehr
wenigen Stellen bezeichnen. Ich würde sagen diesen Streckenabschnitten
wird der Name Schotterpiste eher gerecht. Die Frage, was mit dem Geld
geschieht das für den Ausbau des Europa Radfernweges R 1 zur Verfügung
gestellt wird, muss hier erlaubt sein. |
 |
|
 |
Aber
klagen nutzt nichts denn wir mussten ja weiter. Zunächst ging es über Oesig, Blankenburg, Thale, Gernrode und
Ballenstedt immer am Rande des Unterharzes nach Hecklingen bei
Stassfurt. Hier wurde im Gasthof Gänsefurt eingekehrt und von Franz
und Bernhard riesige
Windbeutel mit Sahne und Erdbeeren verzehrt. Ich begnügte mich mit
einer großen Apfelschorle denn diese Tour sollte mir ja helfen etwas
Gewicht zu verlieren. Der sehr gastfreundliche
Wirt gab uns noch gute Tipps für die Weiterfahrt. Als kleines
Betthupferl für den Abend schenkte er uns zudem noch 3 Fläschchen
Kümmerling. Auch hier möchten wir unsere Empfehlung zum Rasten an andere Radler
aussprechen. |
 |
Nach
einen Blick auf die Karte entschlossen wir uns entgegen unserer
ursprünglichen Absicht nicht bis nach Wittenberg zu fahren sondern schon bei
Tageskilometer 120 in Aken an der Elbe zu übernachten. Wieder einmal hatten wir Glück
mit der Wahl unserer Unterkunft. Erstklassige, preisgünstige Zimmer, nette Wirtsleute und
am nächsten Morgen ein
wunderbares und reichhaltiges Frühstück, der eigentlich nicht geplante
Stopp hatte sich gelohnt.
 |
Freitag
Wie schon die Tage vorher starteten wir um 9_30
Uhr zu unserer Tagesetappe. Diesesmal wollten wir bis kurz vor Potsdam
kommen. Die Wirtsleute von unserer letzten Station hatten uns einen Weg
erklärt der uns an Dessau vorbei nach Wörlitz führte. Hier machten wir
eine kurze Rast im Schlossgarten während Franz das gerissene Seil seiner Schaltung
reparierte, es war leider unterwegs gerissen. Nachdem das Fahrrad und wir
wieder Fit waren ging es zügig weiter in die Stadt Martin Luthers,
Wittenberg. Über die Elbebrücke rollten wir in die Stadtmitte wo wir auf
dem Marktplatz, direkt neben der berühmten Lutherkirche gegenüber dem
Rathaus einen Imbiss zu uns nahmen und ein wenig mit der netten Bedienung
schäkerten.
|
 |
Wieder
einmal wurde unser Quartiermeister tätig und buchte in Brück für die
kommende Nacht. In Brück angekommen bezogen wir unsere Zimmer, sprangen
schnell unter die Dusche und begaben uns zum Abendessen. Ein Tipp an die
"Westdeutschen Wirtsleute" auch mit weniger "Reibach" scheint es zu gehen. Ein Pils
0,4 Liter 1,50 Euro ein Glas Berliner Weiße mit Schuß 1,70 Euro und ein
Bauernfrühstück von dem zwei Personen satt werden 6,- Euro, da hat man nicht das
Gefühl über den Tisch gezogen zu werden wie es in "Westdeutschen
Gaststätten" oft der Fall ist.
Samstag
Pünktlich wie immer saßen wir am nächsten Morgen wieder im Sattel. Kaum
hatten wir die Landesgrenze nach Brandenburg überfahren da wurden auch die
Radwege schlagartig besser. Hier hat man offensichtlich an uns Radler
gedacht, nur asphaltierte oder betonierte Pisten. Es wurden sogar richtige
Radstrassen angelegt die quer durch den Wald verlaufen, Ein Lob den
Zuständigen die offensichtlich begriffen haben dass das Geld heutzutage
nicht nur im Portemonnaie des Mercedesfahrers steckt, und dem wachsenden
Radtourismus Tribut zollten. Na klar kleine Hindernisse gab es auch hier
die wir aber gemeinsam wegräumen konnten. Als wir den hohen Fläming, der
uns noch einmal einiges an Muskelschmalz abverlangte, hinter
uns hatten war es auch nicht mehr weit bis Potsdam.
Nachdem
wir uns alle herzlich begrüßt hatten
trennten sich zunächst unsere Wege, eine Gruppe blieb in der Schlossanlage
Sanssouci bzw. besichtigten Potsdam während die zweite Gruppe zu unserer Unterkunft, einem
evangelischen Gästehaus ging um anschließend mit der
Bahn nach Berlin zu fahren.
 |
Sonntag
Heute war der große Tag, nach dem Frühstück wurden die Taschen gepackt
und die Räder startklar gemacht. Um 10_30
Uhr ging es dann los. Wir fuhren zum Startpunkt der Potsdamer
Radgruppe dem Bahnhof Rehbrücke. Von hier setzte sich dann
die Kolonne unter Führung der Polizei in Bewegung. Unterwegs stießen
immer wieder neue Radler zu uns so das unsere Gruppe schnell anwuchs.
An der Spinnerbrücke kurz vor der Auffahrt zu Avus war die
Radlergruppe schon unüberschaubar.
|
 |
 |
Dann
war es soweit, mit zig tausend anderen Radfahrern ging es über die
Autobahn nach Berlin. Vom Kleinkind bis zum Senioren, alles war
vertreten. Man sah Fahrräder bei denen man befürchten musste das sie
die ca. 30 Km bis zum großen Stern nicht überstehen würden, genau wie
High Tech Bikes für zig tausend Euro. Alles lief fröhlich,friedlich und ohne
Stress ab. So etwas muss man erlebt haben um die Atmosphäre begreifen
zu können. Die Veranstalter meldeten ca. 250 000 Teilnehmer, eine
gigantische Zahl und wir mitten drin. |
 |
 |
Leider ging die Zeit aber viel zu schnell vorbei so das wir nach einem
kurzen Rundgang über die Strasse des 17. Juni schon wieder zum Bahnhof
mussten, denn um 17_30
Uhr ging unser Zug in die Heimat.
Um 20_30
Uhr kamen wir schließlich wohlbehalten in Bad Bentheim an. Für die
letzten 40 km bis Ahaus benötigten wir ca. 2,5 Stunden so das wir um
23
00
Uhr wieder zu Hause waren.
Für alle, da waren wir uns einig, eine wunderschöne Zeit mit tollen
Erlebnissen und bleibenden Eindrücken.
|
 |
|
Auch 2008 hieß es wieder:
Auf
zur ADFC Sternfahrt nach Berlin |
|
Leider hatte es nicht geklappt
wie ursprünglich geplant genau wie im letzten Jahr, mit zwei Gruppen nach
Berlin zu fahren. Deshalb war nur eine Dreiergruppe ( Bernhard Siebenborn,
Johannes Heistermann und Henry Paul ) am 25. Mai in Ahaus am Start.
Die Drei bewältigten die ca.
750 km von West nach Ost, quer durch Deutschland, in 6 Tagesetappen. Genau
wie schon 2007 lag der eigentliche Sinn dieser Tour nach Berlin darin am
Sonntag den 01.06.08 beim größten Fahrradevent der Welt mitzumachen.
Wenn man mal vom teilweise
heftigen Ostwind absieht und die ersten 2 verregneten Tage abhakt konnte man über das
Wetter nicht klagen. Um so weiter wir nach Osten fuhren um so wärmer wurde
es. Die Temperaturen lagen fast immer bei ca. 30° Celsius und so kühlte
uns der stetig kräftig blasende Gegenwind wenigstens.
Die Sonne lachte der Himmel
strahlte, und so waren auch heuer wieder viele tausend Radfahrer bei
diesem Großereignis in Berlin dabei. Wie schon im letzten Jahr zählten die Veranstalter
und die Polizei auch 2008 ca. 250 000 Teilnehmer.
Vor den Erfolg hatten die
Götter den Schweiß gesetzt, und so galt es für das Trio auf dem Weg zum
Brandenburger Tor so manchem Schlagloch auszuweichen und den einen oder
anderen mehr oder wenig steilen Anstieg im Teutoburgerwald und im Hartz zu
überwinden. Aber wie heißt es so schön, nur die Harten kommen in den
Garten und so erreichten wir schließlich noch einigermaßen Fit am 31. Mai
Potsdam wo unser letztes Quartier war.
Alles in allem war es
eine schöne wenn auch anstrengende Tour an deren Ende dann aber das
krönende Highlight, die Fahrt mit dem Fahrrad über die abgesperrte
Autobahn zur Strasse des 17. Juni, wo zwischen Siegessäule und
Brandenburger Tor am 01.06.08 der Bär steppt, stand.
|
 |
|
Sternfahrt 2009 |
|
Auch 2009 ging es wieder nach
Berlin. Während es bei den ersten beiden Fahrten hieß Kilometer machen,
sollte es bei dieser
Fahrt mehr um das gemütliche Sightseeing gehen. Die achtköpfige Gruppe,
bestehend aus vier Frauen und vier Männern fuhr
mit dem Zug unter Mitnahme der Räder zunächst von Bad-Bentheim bis Cottbus wo die erste
Nacht verbracht wurde. Von dort
aus ging es dann über Pretschen und Beeskow wo übernachtet wurde, den Spreeradweg
entlang, durch den wunderschönen Spreewald,
nach Erkner. |
|
Hier stieg man wieder in den Zug und fuhr nach Potsdam,
wo für drei Tage Quartier bezogen wurde. Von hier aus hieß es dann am Sonntag den 07.06.09 mit
den Rädern und vielen 1000 anderen Radlern auf zum Umweltfestival der grünen
Liga nach Berlin, das zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor
stattfand. |
|
Am Montag, nachdem die Gruppe
gut gefrühstückt hatte, fuhr man dann per Drahtesel von Potsdam zum
Lehrter Bahnhof. Es war schon ein besonderes Erlebnis mit den Rädern
durch den Großstadtverkehr zu manövrieren. Aber dank des Tourenleiters
Henry und seines Navigationsgerätes fand man sicher das Ziel, den Berliner
Hauptbahnhof in der
Berliner City. |
|
Die Tour startete am Dienstag
den 02.06.09 und endete am 08.06.09. Die Fahrstrecke von Cottbus bis Erkner
betrug ca. 250 km und wurde in 3 Tagesetappen bewältigt. Es wurde sechs mal übernachtet.
Es war also genug Zeit um die am
Wegesrand gelegenen Sehenswürdigkeiten zu betrachten. |
|
|
|
|
|
Sternfahrt 2011 |
|
Nachdem 2010 die ADFC
Sternfahrt in Berlin, die größte Fahrraddemonstration der Welt, ohne
Beteiligung des Ahauser ADFC stattfinden musste, hieß es 2011 wieder
„Berlin wir kommen“.
So machten sich also Jürgen
Soboll, Manfred Tetzlaff und ich, Henry Paul,
  am
29.05.2011 auf den Weg in die deutsche Hauptstadt. Gestartet wurde um 7:00
Uhr vom Ahauser Marienplatz, das erste Ziel war Bad Bentheim. Von hier
ging es dann per Bahn nach Hamburg, wo wir pünktlich um 14:23 Uhr
eintrafen. Nach einigen kleinen Orientierungsschwierigkeiten erreichte
unser Trio aber schließlich den Elberadweg und es ging zügig Richtung
Lauenburg dem Tagesziel. Kurz nach 19:00 Uhr war die Lauenburger
Jugendherberge „Zündholzfabrik“ erreicht, wo man schon mit dem wenig
schmackhaftem Abendessen
auf uns wartete. Nach dem Duschen und Essen ging es dann per Pedes in die Lauenburger Unterstadt mit ihren
wunderschönen alten Fachwerkhäusern und den engen Gassen. Noch schnell ein
Bierchen in einer urigen Kneipe gezischt und dann zurück zur Unterkunft.

Am nächsten Morgen wurde erst
einmal ausgiebig und gut gefrühstückt, und die Rechnung (es war die
teuerste aber nicht beste Unterkunft auf unserer gesamten Fahrt ) bezahlt.
Danach fuhren wir
dann, immer entlang der Elbe, weiter nach Hitzacker. Wind und Wetter
meinten es gut mit uns und so waren wir schon am frühen Nachmittag in
Hitzacker. Ich will allerdings nicht verschweigen, dass wir unterwegs
einige heftige Anstiege und rasante Abfahrten meistern mussten, die wir so
auf dem Elberadweg nicht erwartet hätten. Zwei bis drei mal hieß es sogar
schieben, weil entweder die Anstiege zu steil oder die Abfahrten zu
gefährlich waren.
Nachdem wir in Hitzacker unsere sehr schönen
Privatquartiere bezogen und uns den Schweiß und Staub vom Tage weggeduscht
hatten, gingen wir erst einmal auf Entdeckungstour durch das
Elbestädtchen. Nach einem Bier auf einem schwimmenden Restaurant und dem
Abendessen in einem Biergarten war dann auch Feierabend für diesen Tag.
Am Dienstag hieß unser
Etappenziel Gorleben. Da wir nur ca. 40 km zu fahren hatten, waren wir
schon mittags vor Ort. Die Pension, in der wir gebucht hatten, war wegen
Ruhetages geschlossen und die ausgemachte Anmeldung per Handy klappte
nicht, weil es hier kein Netz gab. So aßen und tranken wir erst einmal
Kuchen, Eis und Kaffee. Leider schloss aber die Bäckerei, in deren
Biergarten wir saßen, bereits um 12:00 Uhr!!!! und wir fuhren erst einmal
zum Atomlager Gorleben, wo wir für den nächsten Tag eine Besichtigung
geplant hatten.
Nachdem wir uns kundig gemacht hatten und unser Wirt immer noch
nicht da war, fuhren wir noch etwas in der Gegend herum. Nun zeigten sich
aber dunkle Wolken am Himmel und wir brachen unsere Erkundungstour ab.
Wieder an der Pension, die leider immer noch geschlossen war, angekommen
wollten Manfred und Jürgen trotz drohenden Regens noch einige Kilometer
„machen“, während ich lieber im Biergarten unterm Dach auf den
Pensionswirt wartete. Es dauerte auch nicht lange und es fing an zu
schütten wie aus Eimern. Inzwischen war der Wirt gekommen und zeigte mir
unsere Zimmer, danach ging er wieder.
Etwas später kamen Jürgen und
Manfred, die im nächsten Ort beim Kaffeetrinken
das Ende des Schauers abgewartet hatten. Da mir der Wirt den Schlüssel zum
Schankraum überlassen hatte, gönnten wir uns erst einmal ein frisch
Gezapftes, natürlich nicht ohne einen Deckel anzulegen. Nachdem wir
geduscht hatten, kam gegen 19:00 Uhr die Wirtin und machte uns Abendessen,
es gab frischen Matjes mit Sahnesauce und einer riesigen Portion
Bratkartoffel. Noch ein Weizenbier als Schlummertrunk und einen Blick in
die Flimmerkiste zwecks Wetterberichts und es ging ab in die Heia.
Gut gefrühstückt und gut
gelaunt ging es in den Mittwoch. Die Sonne lachte wieder und wir rollten
Wittenberge entgegen. Wie schon an den ersten beiden Tagen immer entlang
der Elbe durch weite Felder und Wiesen, mal den Fluss im Blick mal etwas
weiter entfernt von der Wasserstrasse. So erreichten wir gegen 11 Rühstedt,
das bekannte Storchendorf. Von fast jedem Dach klapperten die
Storchenschnäbel, hier also wohnt der Klapperstorch der, wie man sagt, so
gerne jungen Mädchen ins Bein beißt.
Ohne weitere besondere Ereignisse kamen
wir gegen 15:00 Uhr nach Wittenberge. Allerdings lag unser Ziel am anderen
Elbufer und es galt die Elbebrücke,
die sich etwa 10 Meter über befand, zu überqueren. Zuerst erklommen wir
die steile Böschung, einer lenkte vorne und zwei schoben hinten. Da wir
annahmen, die Brücke sei für Fahrräder gesperrt, schoben wir unsere schwer
bepackten Drahtesel rechts neben der Leitplanke auf dem etwa 1,50 Meter
breiten Randstreifen die ca. 1000 Meter bis zur anderen Seite. Nun nur noch
einmal das gleiche nach unten und wir konnten wieder in den Sattel.
Kurze
Zeit später waren wir auch schon an unserer Unterkunft. Schnell
ausgepackt, geduscht und stadtfein gemacht. Wirklich viel zu sehen gab es
hier allerdings nicht und so suchten wir uns auch
ziemlich schnell ein Restaurant, in dem wir zu Abend aßen. Wittenberge
zählt wohl zu den Städten, die nach der Wende auf die Verliererstrasse
geraten ist. Unser Gastgeber erzählte uns, dass die Elbestadt Wittenberge zu DDR Zeiten
etwa 35 000 Einwohner hatte und viel Industrie beherbergte, heute gibt es
kaum noch Arbeitsplätze und die Einwohnerzahl ist auf etwa 18 000
geschrumpft. Das sieht man der Stadt auch an.
Donnerstag: Zum Frühstück gab
es neben Wurst, Käse, Marmelade, Orangensaft etc. heute auch frische
Erdbeeren aus dem eigenen Garten. Mit den besten Wünschen für den Tag
verabschiedeten uns dann schließlich Conny und Bernd, unsere Gastgeber.
Heute war Himmelfahrt, in den neuen Bundesländern kennt und feiert man
diesen Tag als Herrentag. Dementsprechend viele Leute waren auch
unterwegs, das Wetter meinte es ja gut mit den „Herren“ und uns und so
genossen wir die Tour und die vielen
anderen Radler, die wir trafen, ihr
Bier. Überall waren Zelte und Bierbuden aufgebaut und es ging schon am
Morgen an einigen Stellen hoch her. Trotzdem kamen wir gegen Mittag
unfallfrei in Havelberg an wo wir Pause machen wollten. In der Stadtmitte
beschallte allerdings ein Gastwirt mit Schlagern aus den 70ern die gesamte
Gegend, so dass wir schnell die City verließen und direkt an der Havel ein
gemütliches Lokal aufsuchten. Gestärkt fuhren wir schließlich nach etwa
einer Stunde weiter.
So waren wir um ca. 17:00 Uhr in Fischbeck wo wir
heute übernachten wollten. Leider war hier der Hund verfroren und die
Bürgersteige schon hochgeklappt, also ging
es sofort nachdem wir unser Gepäck abgeladen hatten, weiter nach
Tangermünde. Hier machten wir erst einmal eine ausgiebige
Stadtbesichtigung, die sich wirklich gelohnt hat. Nach dem Abendessen ging
es dann wieder zurück zu unserem Quartier in Fischbeck.
Ach ja, da war doch noch was.
Bei Lüdges (unsere Vermieterin) hatte es Nachwuchs gegeben und wir durften
einen Blick auf die Säuglinge werfen. Da war es um Jürgen geschehen
spontan griff er zum Telefon und wollte seine Frau davon überzeugen eines
der Neugeborenen zu kaufen. 350,- Euro sollte eines der Babys kosten,
bestimmt nicht zu teuer für einen jungen Berner Sennenhund. Ob daraus nun
etwas geworden ist, kann ich nicht sagen, das muss Jürgen bestimmt erst
einmal bei sich zu Hause klären.
Inzwischen war es Freitag,
geduscht, gefrühstückt und weiter ging es. Heute hieß unser Ziel
Beetsee/Brielow. Die etwa 60 km wurden ohne Probleme bewältigt. Auch hier
hatten wir Glück mit unserem Privatquartier, nette Gastgeber, gemütliche
saubere Zimmer und sehr preiswert.
Da es erst früher Nachmittag
war, setzten wir uns wieder auf die Räder und machten einen Abstecher ins
nahe gelegene Brandenburg an der Havel. Ein schönes Städtchen mit gut
erhaltenem Stadtkern und schön restaurierten Häusern. Hier aßen wir dann
auch zu Abend. Wieder zurück in Beetsee/Brielow gönnten wir uns noch einen
Schlummertrunk, (hier bekam ich endlich meine Berliner Weiße) und der Tag
war gelaufen.
Samstagmorgen gingen wir
schließlich die letzte Etappe nach Potsdam an. Auch heute strahlte der
Himmel wieder und so kamen wir zügig und pannenfrei so gut voran, dass wir
schon mittags an unserer letzten Unterkunft ankamen. Glücklicherweise
konnten wir sofort unsere Zimmer beziehen. Nachdem wir uns frisch gemacht
hatten, gingen wir zu Fuß die paar hundert Meter bis zum Schlosspark
Sanssouci und starteten unsere Exkursion durch das große Gelände. Als wir
wieder zurück waren, gab uns der „Herbergsvater“ noch einen Tipp, wo wir
gut und günstig essen konnten. Es war ein Italiener unweit unserer
Unterkunft. Gegen 23:00 Uhr lagen wir dann in unseren Betten.
So, nun war es Sonntag. Nach
dem Frühstück fuhren wir Richtung Potsdam/Rehbrücke unserem Startpunkt zur
großen ADFC Sternfahrt. Unterwegs mussten wir noch eine Gruppe Läufer
passieren lassen, aber pünktlich um ½ 11 waren wir dann vor Ort. Der
Ablauf war wie jedes mal der gleiche, als wir losgefahren waren, kamen
unterwegs immer wieder neue Teilnehmer dazu, bis es schließlich viele
Tausend waren.
Bevor wir auf die abgesperrte Avus fuhren, war noch ein
Stopp auf der Spinnerbrücke angesagt, die so heißt, weil sich hier ein
Motorradtreff etabliert hat und die Fahrer der PS-starken Bikes sich schon
mal gegenseitig etwas Vorspinnen. Eigentlich gibt es hier nicht mehr viel
zu erzählen, wenn da nicht noch eine etwa 20-30 Personen umfassende Gruppe
gewesen wäre, die sich deutlich von den anderen abhob.
Wodurch
? Sie hatten keine Kleider an und wollten so wie Gott sie geschaffen hatte
bzw. teilweise bunt oder mit auf die Haut gemalter Badebekleidung
mitfahren. Allerdings hinderte die Polizei die Gruppe an der Mitfahrt. Und
ehrlich gesagt, es waren auch nicht wirklich alle Teilnehmer der
"Nacktgruppe" ein besonders ästhetisch Anblick. ;-) Auf alle Fälle war der
Ausschluss wohl auch eine Unfallverhütungsmaßnahme denn auch beim
Radfahren soll man auf die Strasse schauen.
  Die Sternfahrt lief wie immer
ab und so trafen wir etwa um 14:00 Uhr an der Siegessäule/Brandenburger
Tor ein. Meine Tochter Daniela die in Berlin wohnt hatte es sich nicht
nehmen lassen uns einen kleinen Besuch abzustatten. Nach etwa 1 ½ Stunden
verabschiedeten wir uns aber und begaben uns mit unseren Rädern auf eine
kleine Entdeckungsfahrt durch die neue Berliner Mitte. Am frühen Abend
ging es dann mit dem Rad wieder nach Potsdam, unser Italiener wartete
schon mit dem Abendesssen.
Das Ende unserer Berlinfahrt
war angebrochen, es ist Montag und wir radeln zum Berliner Hauptbahnhof.
Mit dem Fahrrad durch eine Millionenstadt ist schon etwas besonderes, aber
trotzdem erreichten wir unser Ziel unbeeindruckt und unfallfrei. Pünktlich
um 12:03 Uhr bestiegen wir dann den Intercity nach Bad Bentheim wo wir
dann auch mit etwa 45 Minuten Verspätung ankamen. Die letzen knapp 40 km
bis nach Ahaus waren nun wohl auch kein Problem mehr, dachten wir.
Aber
das wovor wir die ganze Woche verschont geblieben waren, passierte nun
ausgerechnet auf dem Heimweg. Etwa in Höhe des Drilandsee`s bei Gronau
fing es an zu gewittern und zu schütten. Also kamen unsere Regenklamotten
doch noch zum Einsatz. Na ja, was soll es, da muss man durch. Um 20:00 Uhr
waren wir dann wieder in Ahaus. Unsere Berlinfahrt war zu Ende. Mir hat`s
gut gefallen, ich hoffe Manfred und Jürgen auch.
|
|