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Martin Dittrich                                                                                                15.10.2008
Habichtweg 48 a

48683 Ahaus

02561/68080

 

Fahrtenbericht Wesertour Hann. Münden – Minden, Bremen und Umgebung

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Etappen:          Hann. Münden-Höxter (rund 70 km)

                        Höxter-Hameln (rd. 70 km)

                        Hameln –Minden (rund 60 km mit Abkürzung)

                        Bremen-Vegesack – Bremen (rund 25 km)

 

Montag, den 1.9.2008 begannen mein Freund Dirk aus Bocholt und ich unsere Weserradtour.

Mit aufgepackten Rädern fuhren wir am Montag morgen zum Ahauser Bahnhof, um dort den Zug nach Dortmund zu nehmen. Von dort ging es dann mit Umsteigen in Kassel nach Hann. Münden, wo wir am frühen Nachmittag ankamen. Fix wurden Räder und Gepäck zum Hotel gebracht und wir erreichten noch rechtzeitig vor 14 Uhr die Stadtinformation, bei der wir eine Stadtführung buchten. Es war sehr interessant, den Ausführungen des schon etwas älteren Stadtführers zu lauschen. So erfuhren wir etliche interessante Dinge über Hann. Münden, die Weser, das Hochwasser und den Handel in der damaligen Zeit. Nachdem der gute Herr die Führung dann von ca. 70 Minuten auf über 120 Minuten ausdehnte, wurde es uns beiden dann doch zu langweilig, zumal unsere Mägen wegen ausgefallener Mittagspause ganz schön knurrten. Wir setzten uns von der Gruppe ab und rasteten in einem Cafe´ in der malerischen Innenstadt, in der ein Fachwerkhaus schöner ist als das andere.

 

 

Dienstag: 1. Etappe bis Hann. Münden-Höxter, rund 70 km

Schnell hatten wir den Beginn des Weserradwegs ausgemacht und schon radelten wir los. Kaum, dass wir losgefahren waren, erreichten wir alsbald einen Anstieg, an dem wir doch unsere vollbepackten Räder auf den letzten Metern schieben mussten. Es folgte eine flotte Abfahrt und mit etwas Rückenwind erreichten wir Bad Karlshafen, wo wir eine Mittagsrast einlegen. In der kleinen Bäckerei kamen wir schnell mit anderen Radfahrern ins Plaudern und wir „durften“ ihnen dann allerlei Wissenswertes aus unserem Radwanderführer vorlesen, auf den die andere Radlertruppe aus Gewichtsgründen verzichtet hat. Bloß nicht zuviel Gepäck mitnehmen lautete die Devise !

Am Nachmittag erreichten wir dann bei herrlichem Sonnenschein die Stadt Höxter. Wir übernachteten in einem preiswerten Privatquartier, etwas außerhalb und oberhalb der Stadt gelegen.

 

 

Mittwoch: 2. Etappe Höxter-Hameln, rund 70 km

Wir starteten bei herrlichem Sonnenschein und steuerten Bodenwerder, die Münchhausenstadt, an, wo wir Mittagspause machten. Flott ging es weiter zur Rattenfängerstadt Hameln, wo uns der Wettergott mit Regen begrüßte und uns die Aufführung „Rats“, eine Freilufttheateraufführung inmitten der Stadt Hameln vermieste. Der Regen hörte gegen Abend wieder auf, so dass wir von unserem Hotel Birkenhof nur noch einen kurzen und trockenen Weg bis in die Stadt hatten.

 

 

Donnerstag: 3. Etappe nach Minden, rund 60 km (mit Abkürzung)

Bei zunächst strahlendem Sonnenschein radelten wir Richtung Minden. Als uns gegen Mittag heftiger Gegenwind ordentlich zu schaffen, machte, entschlossen wir uns den Verlauf des offiziellen Radwanderweges zu verlassen und die Weserschleifen durch eine gerade Strecke abzukürzen. Zum Glück klappte das, ohne uns zu verfahren.

Als dann unsere Radwanderführer den Rest der Strecke nach Bremen als eher langweilig beschrieb, entschieden wir uns, unsere Fahrt umzuplanen, während wir gemütlich auf dem Marktplatz Kaffee tranken.

Ich schlug vor, mit dem Zug nach Bremerhaven zum Auswandererhaus (einem sehr interessanten Museum über die Geschichte der Auswanderer, 7 Millionen in den letzten 100 Jahren) zu fahren und in Bremen–Vegesack im Schulschiff Deutschland zu übernachten.

Gesagt, getan: Wir kauften uns das Niedersachsenticket, mit dem wir sehr preiswert am nächsten Tag nach Bremerhaven und nach Vegesack fahren konnten.

Anschließend fuhren wir zu unserem Quartier, der Marienresidenz, wo wir ein großes Zimmer mit schönem Bad für die Nacht gebucht hatten. Es handelt sich bei diesem Haus um eine ehemalige Seniorenresidenz, denen die Bewohner weggestorben sind und die danach als Hotel genutzt wurde.

Vom Hotelier bekamen wir den Tipp, doch unbedingt das Wasserkreuz und die Schachtschleuse zu besichtigen. Das taten wir und an der Schachtschleuse konnten wir einen Taucher bei Schweißarbeiten unter Wasser beobachten. Es war spannend zu sehen, wie unter Wasser immer wieder helles Licht aufflackerte und es rundherum ständig blubberte. Ich habe noch nie einen Taucher unter Wasser schweißen sehen. Während wir so standen und staunend dem Taucher zusahen, kamen wir mit einem älteren Herren ins Gespräch, der uns anschließend das Wasserkreuz zeigte und ausführlich erklärte.

In Minden wird nämlich der Mittellandkanal über die Weser geführt. Mit Hilfe der Schachtschleuse wird quasi der Schiffsverkehr wie in einem Aufzug von einer Ebene in die andere geleitet.

 

Freitag: Minden-Bremerhaven-Vegesack (mit dem Zug)

Nachdem wir in der „Seniorenresidenz“ ausgiebig gefrühstückt hatten, fuhren wir mit dem Zug nach Bremerhaven. Inzwischen hatten wir schon beim Schulschiff Deutschland angerufen und uns nach einer Kabine für die Nacht erkundigt. „Ausgebucht“ lautete die Antwort, so dass wir enttäuscht ein anderes Quartier für die Nacht reservierten.

In Bremerhaven angekommen, stellten wir unsere Gepäck im Auswandererhaus ab und erkundeten das Museum. Jedem Besucher wir ein persönlicher Auswanderer zugeteilt, dessen Schicksal man per Chipkarte an den einzelnen Stationen abhören kann und man so Zeitzeuge einer spannender Auswanderergeschichte wird. Mein Auswanderer wurde 1851 geboren und wanderte 1886 als Schneidergeselle nach Honululu aus, um dort dem König preußische Paradeuniformen zu schneidern, an denen er anlässlich einer Deutschlandreise großen Gefallen gefunden hatte.

Weiterhin konnte man die Unterkünfte der verschiedenen sozialen Schichten an Bord besichtigen, vom einfachen Bretterlager ohne Tageslicht und schlechten hygienischen Verhältnissen bis hin zur Luxuskabine.

Auch gab es dort unzählige amerikanische Telefonbücher, in denen man nach Verwandten suchen konnte. Als Dirk dann noch im Telefonbuch von Ohio einen Namensvetter entdeckte, war er sich sehr schnell sicher, dass es sich ganz bestimmt um den reichen Erbonkel aus Amerika handeln würde. Wir werden weiter darüber berichten.....

Nachdem wir dann auch noch den amerikanischen Einwanderungstest bestanden hatten, waren stolz darauf, dass einer „Ausreise“ nichts im Wege stehen würde.

 

Anschließend fuhren wir mit dem Zug nach Vegesack weiter.

Den Abend ließen wir im Fährhaus (einer gemütlichen Kneipe direkt an der Weser) ausklingen.

 

 

Samstag: Vegesack-Bremen (rund 25 km)

Bevor wir nach Bremen aufbrachen, besichtigten wir das Schulschiff Deutschland, das in der Lesum-Mündung festgemacht ist. Während der Besichtigung erfuhren wir vom Bootsmann, dass in der vergangenen Nacht durchaus noch Übernachtungsplätze frei gewesen wären. Da haben wir uns schwer geärgert, dass uns die Damen vom Buchungsservice so vereimert hatten. Einer Übernachtung auf einem echten Segelschulschiff wäre ein Highlight der Fahrt gewesen.

Wir fuhren über den Lesumdeich nach Bremen, wo wir unser Quartier, die Seemannsmission ansteuerten. Ausgerechnet auf den letzten 3 Kilometern wurden wir noch mal von einem ordentlichen Regenschauer überrascht.

Die Seemannsmission war früher eine Anlaufstelle für Seeleute. Heute hat sie mehr den Charakter einer Jugendherberge oder eines Gästehauses. Dort bezogen wir ein großes Zimmer mit 2 Doppelstockbetten und eigener Nasszelle. Nachdem wir uns stadtfein gemacht hatten, gingen wir die wenigen hundert Meter zu Fuß in die Innenstadt, wo wir die Bremer Stadtmusikanten, den Roland, das Schnoorviertel, die Böttcherstrasse und die Schlachte besichtigten. Die Schlachte ist die Kneipenmeile direkt an der Weser. Dort verbrachten wir den Abend und testeten mal mehrere Lokalitäten. Etwas später erreichten wir dann die Seemannsmission.

 

Sonntag: Bremen-Ahaus (mit dem Zug)

Nach einem umfangreichen Frühstück, das den Vergleich mit anderen Unterkünften oder Hotels nicht scheuen braucht, sattelten wir unsere Räder und fuhren zum Bahnhof. Über Münster und Coesfeld erreichten wir dann mittags den Ahauser Hauptbahnhof.

 

 

Kartenmaterial: Weser-Radweg, spiralgebunden, Bielefelder Verlag

 

Unterkünfte:
Hann. Münden: bei Touristinformation erkundigen

Höxter: bei Touristinformation erkundigen

 

Hameln : Hotel Birkenhof, Hugenottenstr. 1 a, 31785 Hameln, Tel: 05151/956260, www.hotel-birkenhof-hameln.de

 

Minden: Hotel und Pension Marienresidenz ,Marienstr. 70 A, 32427 Minden,Tel:  0571 388498-0, www.marienresidenz.de

 

Schulschiff Deutschland, Zum alten Speicher 15, 28759 Bremen-Vegesack, 0421/6587373, www.schulschiff-deutschland.de

 

Bremen : Seemannsheim Bremen, Jippen 1, 28195 Bremen, Tel: 0421/169440, www.seemannsheim-bremen.de