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Für eine Gruppe von 5 Frauen und 6
Männern im Alter von 30+ bis 70 Jahren begann am 1.8. unter Führung
von Martin Dittrich, der alles hervorragend vorbereitet hatte, die
Fahrradtour mit der Busfahrt nach Hannoversch-Münden.
Die Jugendherberge liegt direkt an
der Weser, der Empfang war freundlich. Nachmittags war eine
Stadtführung gebucht. Sie führte uns entlang zahlreicher sehr hübsch
verzierter Fachwerkhäuser im Stil der sog. Weserrenaissance bis zum
Weserkreuz wo Fulda und Werra sich zur Weser vereinen. Bemerkenswert
war in alter Zeit das „Stapelrecht“, das es der
Stadt erlaubte, beladene Schiffe auszuladen, einen Teil der Ladung
zum Schnäppchenpreis zu erwerben und den Rest wieder aufzuladen.
Abends wurde in der JH gegrillt, die
Bewirtung war famos. Einige Gruppenmitglieder kannten sich schon,
die „Neuen“ lernte man beim gemütlichen Beisammensein schnell
kennen.
Am Sonntag, den 2.8. starteten wir
mit der „Fiets“ Richtung Höxter. Dies ist eine 70 km lange, sehr
schöne Strecke entlang der Oberweser. Vorbei an Bad Karlshafen und
dem ehemaligen Kernkraftwerk Würgassen ging es zügig mit lediglich
kleineren Steigungen zum Ziel. In Höxter scheiterten jedoch alle an
der letzten Steigung zur Jugendherberge, die oben auf dem Berg liegt
– Schieben war angesagt!
Montag, den 3.8. ging es 70 km weiter
über Holzminden und Bodenwerder nach Hameln. Außerhalb von Höxter
lohnt es sich, Kloster Corvey einen Kurzbesuch abzustatten. Hameln
wird mit einem wunderschönen historischen Altstadtkern auch „Perle
der Weserrenaissance“ genannt. Auf das Pflaster aufgemalte,
langschwänzige Tierchen führten uns den Weg zum Rattenfängerhaus, wo
derselbige der Sage nach Hunderte Kinder hinter sich versammelte.
Dienstag, den 4.8. fuhren wir von
Hameln nach Minden ca. 70 km über Hessisch Oldendorf, Rinteln und
Porta Westfalica. In Rinteln erhielten wir vom ehemaligen
Bürgermeister Hoppe eine exklusive und launige Stadtführung. In
Minden hatte Martin die Übernachtung im Hotel „Marienresidenz“
organisiert, einem ehemaligen Seniorenheim, wo sehr pittoresk alle
Stilrichtungen vereint sind. Abends genehmigte sich die zunehmend
zusammengeschweißte Truppe ein reichhaltiges Menu im Restaurant
Böhmerwald.
Mittwoch, den 5.8. wollten wir uns am
Rande der Stadt nur kurz das einzige Wasserstraßenkreuz der Welt
anschauen, wo der Mittellandkanal die Weser überquert. Dann gönnte
uns die zunächst mürrisch wirkende Dame im Infozentrum jedoch eine
sehr ausführliche Führung über Bau, Zerstörung und Wiedererrichtung
des Wasserkreuzes incl. Videopräsentation. Zwischendurch durften wir
noch die Schleusung des „blauen Kamels“ anschauen. So verschob sich
die Abfahrt um gut 2 Stunden, aber die ca. 65 km nach Nienburg waren
noch gut zu schaffen. Die Weser wird ab Minden schiffbar und
merklich breiter. Die Landschaft ist geprägt von Getreideanbau und
Kiesabgrabungen.
Im Naturfreundehaus Nienburg hatten
die Betreiber in sehr schöner Atmosphäre einen Grillabend
organisiert. Dieser dehnte sich bis in die Nacht aus, da wir in
Nienburg das blaue Kamel wiedertrafen und einige Teilnehmer sich zu
uns gesellten.
Das blaue Kamel aus Pappmaché, auf
einen Katamaran montiert und schwimmfähig, ist Symbol der blauen
Karawane, einer Initiative zur Integration psychisch Kranker. Einer
aus unserer Gruppe kannte diese Initiative von früher her. Der Chef
der Karawane, die aus ca. 60 Leuten bestand, lud spontan die gesamte
Radlertruppe ein, auf dem Schiff von Nienburg nach Bremen
mitzufahren. Da dieses die Planung aber zu sehr gesprengt hätte,
fuhr nur Peter sozusagen als Abgeordneter mit auf dem Schiff.
Für die anderen ging es dann am
Donnerstag, den 6.8. weiter auf der „Fiets“ ca. 50 km nach Verden wo
wiederum eine Stadtführung und Dombesichtigung organisiert war. Von
hier fuhren wir mit der Bahn nach Bremen. Die dortige Jugendherberge
ist sehr groß, liegt direkt an der Weser nahe des Altstadtviertels
und ist mit modernen, hellen Zimmern und einem hervorragenden
Frühstück ganz großartig. Peter stieß nach einem heißen Tag auf dem
Schiff der blauen Karawane abends müde und voller neuer Eindrücke
wieder zur Gruppe dazu.
Am Freitag, den 7.8. war eine ca.
2-stündige Stadtführung in Bremen angesagt. Sie führte uns über den
Pier durch das Schnoorviertel zum Rathaus mit dem Bremer Roland –
beides als Weltkulturerbe der Unesco anerkannt. Die Führung durch
das Rathaus war absolut sehenswert und führte direkt in die
Geschichte der Stadt mit seiner aktiven und reichen Kaufmannschaft.
„Werder“ nennt man übrigens die hohen, trockenen
Flächen in einer Sumpflandschaft.
Nach der Führung trennte sich die
Gruppe zu verschiedenen Aktivitäten wie Hafenrundfahrt, Stadtbummel
oder Besuch von Bremerhafen mit Aussiedler- und Klimahaus.
Am Samstag, den 8.8. endete die
Fahrt, die bei ausschließlich bestem Sommerwetter alle begeisterte.
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