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Weserradtour von Hann. Münden nach Bremen 
01.08.2009-08.08.2009

Für eine Gruppe von 5 Frauen und 6 Männern im Alter von 30+ bis 70 Jahren begann am 1.8. unter Führung von Martin Dittrich, der alles hervorragend vorbereitet hatte, die Fahrradtour mit der Busfahrt nach Hannoversch-Münden.

Die Jugendherberge liegt direkt an der Weser, der Empfang war freundlich. Nachmittags war eine Stadtführung gebucht. Sie führte uns entlang zahlreicher sehr hübsch verzierter Fachwerkhäuser im Stil der sog. Weserrenaissance bis zum Weserkreuz wo Fulda und Werra sich zur Weser vereinen. Bemerkenswert war in alter Zeit das „Stapelrecht“, das es der Stadt erlaubte, beladene Schiffe auszuladen, einen Teil der Ladung zum Schnäppchenpreis zu erwerben und den Rest wieder aufzuladen.

Abends wurde in der JH gegrillt, die Bewirtung war famos. Einige Gruppenmitglieder kannten sich schon, die „Neuen“ lernte man beim gemütlichen Beisammensein schnell kennen.

Am Sonntag, den 2.8. starteten wir mit der „Fiets“ Richtung Höxter. Dies ist eine 70 km lange, sehr schöne Strecke entlang der Oberweser. Vorbei an Bad Karlshafen und dem ehemaligen Kernkraftwerk Würgassen ging es zügig mit lediglich kleineren Steigungen zum Ziel. In Höxter scheiterten jedoch alle an der letzten Steigung zur Jugendherberge, die oben auf dem Berg liegt – Schieben war angesagt!

Montag, den 3.8. ging es 70 km weiter über Holzminden und Bodenwerder nach Hameln. Außerhalb von Höxter lohnt es sich, Kloster Corvey einen Kurzbesuch abzustatten. Hameln wird mit einem wunderschönen historischen Altstadtkern auch „Perle der Weserrenaissance“ genannt. Auf das Pflaster aufgemalte, langschwänzige Tierchen führten uns den Weg zum Rattenfängerhaus, wo derselbige der Sage nach Hunderte Kinder hinter sich versammelte.

Dienstag, den 4.8. fuhren wir von Hameln nach Minden ca. 70 km über Hessisch Oldendorf, Rinteln und Porta Westfalica. In Rinteln erhielten wir vom ehemaligen Bürgermeister Hoppe eine exklusive und launige Stadtführung. In Minden hatte Martin die Übernachtung im Hotel „Marienresidenz“ organisiert, einem ehemaligen Seniorenheim, wo sehr pittoresk alle Stilrichtungen vereint sind. Abends genehmigte sich die zunehmend zusammengeschweißte Truppe ein reichhaltiges Menu im Restaurant Böhmerwald.

Mittwoch, den 5.8. wollten wir uns am Rande der Stadt nur kurz das einzige Wasserstraßenkreuz der Welt anschauen, wo der Mittellandkanal die Weser überquert. Dann gönnte uns die zunächst mürrisch wirkende Dame im Infozentrum jedoch eine sehr ausführliche Führung über Bau, Zerstörung und Wiedererrichtung des Wasserkreuzes incl. Videopräsentation. Zwischendurch durften wir noch die Schleusung des „blauen Kamels“ anschauen. So verschob sich die Abfahrt um gut 2 Stunden, aber die ca. 65 km nach Nienburg waren noch gut zu schaffen. Die Weser wird ab Minden schiffbar und merklich breiter. Die Landschaft ist geprägt von Getreideanbau und Kiesabgrabungen.

Im Naturfreundehaus Nienburg hatten die Betreiber in sehr schöner Atmosphäre einen Grillabend organisiert. Dieser dehnte sich bis in die Nacht aus, da wir in Nienburg das blaue Kamel wiedertrafen und einige Teilnehmer sich zu uns gesellten.

Das blaue Kamel aus Pappmaché, auf einen Katamaran montiert und schwimmfähig, ist Symbol der blauen Karawane, einer Initiative zur Integration psychisch Kranker. Einer aus unserer Gruppe kannte diese Initiative von früher her. Der Chef der Karawane, die aus ca. 60 Leuten bestand, lud spontan die gesamte Radlertruppe ein, auf dem Schiff von Nienburg nach Bremen mitzufahren. Da dieses die Planung aber zu sehr gesprengt hätte, fuhr nur Peter sozusagen als Abgeordneter mit auf dem Schiff.

Für die anderen ging es dann am Donnerstag, den 6.8. weiter auf der „Fiets“ ca. 50 km nach Verden wo wiederum eine Stadtführung und Dombesichtigung organisiert war. Von hier fuhren wir mit der Bahn nach Bremen. Die dortige Jugendherberge ist sehr groß, liegt direkt an der Weser nahe des Altstadtviertels und ist mit modernen, hellen Zimmern und einem hervorragenden Frühstück ganz großartig. Peter stieß nach einem heißen Tag auf dem Schiff der blauen Karawane abends müde und voller neuer Eindrücke wieder zur Gruppe dazu.

Am Freitag, den 7.8. war eine ca. 2-stündige Stadtführung in Bremen angesagt. Sie führte uns über den Pier durch das Schnoorviertel zum Rathaus mit dem Bremer Roland – beides als Weltkulturerbe der Unesco anerkannt. Die Führung durch das Rathaus war absolut sehenswert und führte direkt in die Geschichte der Stadt mit seiner aktiven und reichen Kaufmannschaft. „Werder“ nennt man übrigens die hohen, trockenen Flächen in einer Sumpflandschaft.

Nach der Führung trennte sich die Gruppe zu verschiedenen Aktivitäten wie Hafenrundfahrt, Stadtbummel oder Besuch von Bremerhafen mit Aussiedler- und Klimahaus.

 

Am Samstag, den 8.8. endete die Fahrt, die bei ausschließlich bestem Sommerwetter alle begeisterte.